Digitale Filme in MiniDV

Mit der im Jahr 2000 angeschafften ersten digital arbeitenden Kamera, der Canon DM-XM 1, begann mein „digitales Zeitalter“. Obwohl digital, arbeitete die Kamera immer noch mit einem Laufwerk und der nur noch 6,5 x 4,7 cm kleinen MiniDV Videocassette. Wieder verbesserte sich die Bildqualität.

Die folgenden Jahre waren hauptsächlich gekennzeichnet durch die Zusammenarbeit mit dem in Eisenberg lebenden Jürgen Mattheis. Ihm gelang es, meinen Vorsatz, keinen Spielfilm mehr zu drehen, wieder aufzugeben. Der Arbeitsaufwand, einen Spielfilm alleine verantwortlich zu produzieren (auch wenn es sich um ein Amateur-Projekt handelt), ist enorm. Ich hatte das jetzt fünfmal gemacht und wollte mich fortan weniger aufwendigen Projekten widmen. Aber Jürgen war genauso ein Verrückter wie ich und überredete mich, mit ihm zusammen OUTCAST, einen bereits geplanten Science-Fiction-Film, auf die Beine zu stellen. „Also gut“, sagte ich und so gingen wir an die Arbeit. Jürgen war der festen Überzeugung, wir könnten das in gut einem Jahr schaffen; ich prophezeite ihm, wir würden mindestens 2 Jahre brauchen. Das glaubte er mir nicht. Es wurden über 5 Jahre! Das hat natürlich auch seinen Grund. Schließlich stand die ganze Crew ja in Lohn und Brot. Wir mussten ja alle unseren Berufen nachgehen und so konnten wir nur an den Wochenenden drehen. Und wer schon einmal versucht hat, nur 3 bis 5 Personen mit verschiedenen Wohnorten und Interessen für einen Samstag zum Drehtermin zusammenzutrommeln, der weiß, wovon ich rede.

Ein Teil der Crew

Man muss schon ganz schön verrückt sein, für ein privates Amateurprojekt so lange durchzuhalten. Aber mitten in den Dreharbeiten abzubrechen, kam für mich nicht infrage. Ich darf das so sagen – Jürgen hat mir das bestätigt – aber ohne meine Hartnäckigkeit wäre dieser Film nie fertig geworden!

Der Aufwand war enorm. Jürgen schrieb das Drehbuch, animierte die digitalen Effekte, kümmerte sich um die Organisation und die Bauten. Ich stemmte auf meinem Casablanca-Schnittsystem die komplette Nachbearbeitung, also Schnitt, einfache Effekte, Vertonung und Synchronisation. Außerdem stand ich hinter der Kamera, teilte mir mit Jürgen die Regie und spielte im Film eine der Hauptrollen. Wir bauten 1 : 1 den Innenraum eines Raumgleiters, im Film ‚Searcher‘ genannt, in dem die Darsteller für die Dreharbeiten bequem Platz nehmen konnten. In der Halle der Firma Sommer und Gölbert entstand ein Fimset mit Green-screen-Wänden, der Voraussetzung dafür, dass wir digitale Effekte einsetzen konnten. Einer meiner ehemaligen Arbeitskollegen stellte uns sein Boot zur Verfügung, um eine Szene vom Luftangriff des Searchers auf eben dieses Boot zu drehen. Die Aufnahmen entstanden anschließend auf dem Rhein. Jürgen lies sich mit der einmotorigen Maschine eines Freundes über den Rhein fliegen, um Luftaufnahmen aus Sicht des Searchers zu drehen. Er war es auch, der zusammen mit Christian Heidbüchel in Ägypten Unterwasseraufnahmen für den Film beisteuerte. Wir hatten unzählige Helfer vor und hinter den Kulissen. Unsere Frauen nähten Kostüme und, und, und…

43 Personen vor und hinter der Kamera, davon alleine 34 Darsteller. 450 Effekt-Einstellungen vom einfachen Laserschuss bis zur aufwendigen Weltraumszene. 110 Minuten Filmlaufzeit aus 29 Stunden Rohmaterial. Das war OUTCAST.

Premiere 2007 vor 150 Zuschauern.

Ein Mausklick und der Trailer läuft:

Musik GEMAfrei von http://www.musicfox.com, Lizenz Nr. 39226

Nach OUTCAST war erst einmal ein Jahr Pause. Es war klar, dass wir uns an dem Film fast übernommen hatten. Ein solches Projekt würde es nicht mehr geben! Aber ein einfacheres, mit weniger Aufwand, vielleicht drei Nummern kleiner, das könnte gehen…

…dachten wir ein Jahr später. So entstand schließlich „Soko Barbie“, ein in Eisenberg spielender „Pälzer Krimi“. Teils im Pfälzer Dialekt gedreht, wurde aus dem Film ein bodenständiger Regional-Krimi. Weniger Darsteller, kürzere Drehzeit, drehen in der Natur mit Pferden. Das absolute Kontrastprogramm zu OUTCAST!

Wir haben den Film in den Offenen Kanälen Kaiserslautern und Ludwigshafen am Rhein eingestellt. Die Offenen Kanäle sind verpflichtet, einen Beitrag 1mal zu senden. Soko Barbie wurde auf beiden Kanälen mindestens 6 Jahre lang wiederholt. Werten wir das mal als Zustimmung.

Eindrücke von den Dreharbeiten:

Auch in „Soko Barbie“ übernahm ich neben Kamera, Schnitt und Regie eine Rolle. Diesmal aber eine Nebenrolle, die mir besonders Spaß machte: Ein Landstreicher! Ilse Mattheis hat mich verwandelt.

Eindrücke von der Premiere:

Interesse am Trailer? Anklicken:

Musik GEMAfrei, Eigenproduktion

Erstmals lösten in diesem Film die Protagonisten Bodo und Maus einen Fall. Obwohl es danach keinen Film mehr gab, sollten Bodo und Maus nochmals ermitteln! Wie das?

Diesmal war ich es, der Jürgen ansprach, ob wir noch einmal einen Fall für Bodo und Maus aus der Taufe heben sollten. Wir waren zwischenzeitlich im Ruhestand und hatten jetzt mehr Zeit. Doch Jürgen wollte nicht. Aus den bereits erwähnten Gründen. Wir werden alle nicht jünger und er wollte den Stress und den Aufwand nicht mehr auf sich nehmen. Das konnte ich nachvollziehen und akzeptieren. Mir wurde damit aber auch klar:

Es hat sich aus-gespielfilmt!

Seit Jahren schon hatte ich den stillen Wunsch, ein Buch zu schreiben. Vorzugsweise eine Geschichte, einen Roman. Niemand hatte ich davon erzählt. Ist auch besser so. Erntet man damit hinter seinem Rücken womöglich nur Skepsis und Spott. „Kann der das?“

Schlagartig wurde mir klar, dass ich das Thema für meinen heimlichen Roman gefunden hatte! Bodo und Maus sollten wieder aufleben! In einer völlig neuen Geschichte. In einer Geschichte, die weit über das hinausgeht, was für ein Amateurfilm-Team verfilmbar war. Mir war die Möglichkeit gegeben, die Protagonisten des Buches alles das erleben zu lassen, was ich schon immer wollte. Bodo und Maus bekamen eine Biographie. Die Figur des Bodo wurde im Buch weiterentwickelt. So entstand „Bodo ermittelt… Der verfluchte September“, mein erstes Buch!

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